Gegenkurs
Bei Kollisionsgefahr weichen beide Luftfahrzeuge nach rechts aus.
HIMMELSFREI Lernwelt · A-Schein · Theorie
Was darf ich? Wer entscheidet? Wer weicht aus? Wer haftet? Flugrecht klingt trocken. Muss es aber nicht sein. Hier geht es ausschließlich um das Wissen für die A-Lizenz Gleitschirm – juristisch sauber, fliegerisch verständlich und gelegentlich mit einem Schmunzeln.

Diese Lernwelt erklärt den prüfungsrelevanten Stoff. Maßgeblich bleiben die aktuellen Rechtsvorschriften, die DHV-Ausbildungs- und Prüfungsordnung, die DHV-Flugbetriebsordnung, die Geländerichtlinien sowie die jeweils aktuelle ICAO-Karte und Veröffentlichungen der Luftfahrtbehörden. Original-Prüfungsfragen werden hier nicht kopiert.
Ausweichregeln sind Sicherheitsregeln – kein Anspruch darauf, dass der andere Pilot alles richtig macht.
Stufe 2 · Sehen statt pauken
Die Pfeile zeigen die Grundlogik. Im echten Flug gilt immer zusätzlich: beobachten, Abstand schaffen und eine drohende Kollision vermeiden.
Bei Kollisionsgefahr weichen beide Luftfahrzeuge nach rechts aus.
Früh und eindeutig handeln – nicht erst, wenn es eng wird.
Kann ein Pilot wegen des Hangs nicht nach rechts ausweichen, muss der entgegenkommende Pilot den nötigen Raum schaffen.
In bereits belegter Thermik die vorhandene Drehrichtung übernehmen und mit ausreichendem Abstand einordnen.
„Vorfahrt“ ist kein Freibrief. Verkehrsregeln ordnen die Begegnung; die Pflicht zur Kollisionsvermeidung bleibt.
Luftraum · Kartenlogik
Schema, nicht Navigationskarte: Höhen, Grenzen und Luftraumstruktur sind hier bewusst nicht maßstäblich. Für einen realen Flug zählen die aktuelle ICAO-Karte und aktuellen Veröffentlichungen.
Die sieben Lernakten
Die Gliederung folgt den Themenblöcken der A-Schein-Lernwelt. Öffne eine Akte, lerne die Regel und prüfe anschließend, ob du sie anwenden kannst.
ICAO setzt den weltweiten Rahmen der Zivilluftfahrt. Auf europäischer Ebene prägen EU-Regeln – darunter SERA – den Luftverkehr. In Deutschland bilden insbesondere LuftVG und die darauf beruhenden Verordnungen den Rechtsrahmen.
Für Hängegleiter und Gleitsegler nimmt der DHV als Beauftragter staatlich übertragene Aufgaben wahr, insbesondere in Ausbildung, Prüfung und Lizenzierung sowie bei Fluggeländen.
Der DHV ist beim A-Schein nicht einfach „ein Verein, der Prüfungen anbietet“. Er erfüllt als Beauftragter hoheitlich übertragene Aufgaben.
Die A-Lizenz ist der beschränkte Luftfahrerschein. Sie setzt Grund- und Höhenflugausbildung sowie Theorie- und Praxisprüfung voraus. Die Theorie umfasst vier Sachgebiete: Luftrecht, Meteorologie, Technik und Flugtechnik/Verhalten in besonderen Fällen.
Die Lizenz berechtigt zum freien Fliegen mit der eingetragenen Startart in der Umgebung des Fluggeländes. Sie ist unbefristet. Für Überlandflüge ist die B-Lizenz erforderlich.

A-Schein ≠ Streckenflugschein. Die A-Lizenz erlaubt das freie Fliegen in der Umgebung des Fluggeländes; Überlandflug gehört zur B-Lizenz.
Luftsportgeräte dürfen nicht ohne den vorgeschriebenen Haftpflichtversicherungsschutz betrieben werden. Der Versicherungsschutz dient insbesondere Schäden, die durch den Betrieb Dritten entstehen können.
Für die Prüfung wichtig ist die Trennung zwischen Verantwortung des Piloten, luftrechtlicher Halterhaftung und dem Versicherungsschutz. Eine Versicherung macht einen Regelverstoß nicht erlaubt – sie deckt Risiken im Rahmen ihrer Bedingungen.
„Ich bin versichert“ beantwortet niemals die Frage „Darf ich das?“. Zulässigkeit, Haftung und Versicherung sind unterschiedliche Ebenen.
Eine vorhandene Piloten- oder private Unfallversicherung bedeutet nicht automatisch, dass Gleitschirmfliegen mitversichert ist. Beim eigenen Gleitschirm ist insbesondere die gesetzlich vorgeschriebene Halter-Haftpflicht zu klären. Zusätzlich lohnt der Blick in die Bedingungen einer Unfallversicherung: Der DHV-Lehrplan nennt ausdrücklich den möglichen Ausschluss des Flugsport-Risikos als Lernstoff. Ich habe meinen persönlichen Gleitschirm-Schutz beim Versicherer meiner bestehenden Pilotenversicherung separat geklärt – unkompliziert, aber eben nicht automatisch.
Auch Groundhandling ausdrücklich mit dem Versicherer klären. Ob es vom konkreten Vertrag erfasst ist, ergibt sich aus den jeweiligen Versicherungsbedingungen.
Persönliche Erfahrung · keine Versicherungs- oder Produktempfehlung.Jeder Luftfahrzeugführer muss Zusammenstöße vermeiden. Auch wer nach einer Verkehrsregel nicht ausweichpflichtig wäre, darf nicht auf seinem Kurs beharren, wenn dadurch eine Kollision droht.
👀 + 🧠 + ↪️
Früh erkennen. Eindeutig handeln. Nicht darauf bestehen, „im Recht“ zu sein.

Die Ausweichregel verteilt Pflichten – sie verteilt keine Unverwundbarkeit. Kollisionsvermeidung steht über Rechthaberei.
Dazu kommen die für den Gleitschirmsport zentralen DHV-Regelwerke: APO, FBO, Prüfkataloge und Geländerichtlinien.
Der Pilot trägt Verantwortung für die sichere Flugdurchführung. Flugvorbereitung umfasst insbesondere Pilot, Gerät, Wetter, Gelände und Luftraum. Alkohol, Drogen, beeinträchtigende Medikamente, Krankheit oder Erschöpfung können die sichere Ausübung der Rechte ausschließen.

Für den A-Schein musst du nicht jedes Gesetz auswendig zitieren. Du musst aber wissen, welche Regelungsebene welches Thema betrifft – und die praktische Konsequenz erkennen.
Für Gleitschirmpiloten sind vor allem die Luftraumklassen und ihre Bedingungen, kontrollierte und unkontrollierte Bereiche, Kontrollzonen sowie besondere Gebiete und veröffentlichte Beschränkungen relevant. Die aktuelle ICAO-Karte ist Arbeitsmittel – nicht Dekoration.
Zur Sichtflugregel gehören ausreichende Flugsicht und die vorgeschriebenen Wolkenabstände. Welche Werte gelten, hängt unter anderem von Luftraum und Höhe ab. Für die konkrete Flugplanung gilt deshalb immer: aktuelle Karte und aktuelle Veröffentlichungen verwenden.
Die A-Lizenz ist auf das Fliegen in der Umgebung des Fluggeländes beschränkt. Trotzdem musst du den Luftraum über und um dein Gelände verstehen.
Mindesthöhen: Für Gleitsegler enthält das deutsche Recht eine betriebsbedingte Ausnahme, wenn die Art des Betriebs eine Unterschreitung notwendig macht und keine Gefährdung zu erwarten ist.
Nacht: Sichtflüge mit Luftsportgeräten sind bei Nacht grundsätzlich verboten.

Eine auswendig gelernte Luftraumgrenze kann morgen falsch sein. Prüfungswissen erklärt die Systematik – Flugvorbereitung benutzt die aktuelle Information.
Musterprüfung: Das Muster wird auf die einschlägigen Lufttüchtigkeitsanforderungen geprüft. Stückprüfung: betrifft das einzelne hergestellte Luftfahrtgerät im vorgesehenen Prüfregime. Nachprüfung: wiederkehrende bzw. vorgeschriebene Prüfung zur Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit nach den für das Gerät geltenden Vorgaben.
Entscheidend sind Betriebsanleitung, Herstellerangaben, Prüfintervalle, Betriebsgrenzen und gegebenenfalls Lufttüchtigkeitsanweisungen. Veränderungen oder Reparaturen dürfen nicht einfach nach Gefühl vorgenommen werden.
Der tägliche Vorflugcheck des Piloten ersetzt keine vorgeschriebene technische Prüfung – und eine gültige Nachprüfung ersetzt nicht den Vorflugcheck.

„Lufttüchtig“ ist kein Bauchgefühl. Für den Betrieb zählt der nach den geltenden Vorgaben ordnungsgemäße Zustand des konkreten Geräts.
Vertiefung · Prüfungswissen
Hier sitzen die typischen Verwechslungsfallen. Deshalb trennen wir sauber zwischen EU-SERA, deutschen Ergänzungen und den DHV-Regeln für den Gleitschirmbetrieb.
* Untere Schwelle: 900 m (3.000 ft) AMSL oder 300 m (1.000 ft) AGL – maßgeblich ist der höhere Wert. ** Deutschland lässt in F/G unter dieser Schwelle unter den Voraussetzungen des § 40 LuftVO für langsame Luftfahrzeuge 1.500 m Flugsicht zu. Für den A-Schein ist die Unterscheidung zwischen SERA-Grundregel und deutscher Ergänzung wichtig.
Erst Linie identifizieren, dann Höhen lesen, dann Bedingung ableiten. Niemals nur nach Farbe entscheiden.
Gemeinsame europäische Luftverkehrsregeln, z. B. allgemeine Kollisions- und VMC-Regeln.
LuftVG, LuftVO, LuftVZO, LuftPersV, LuftBO, LuftGerPV und BeauftrV ergänzen den Rahmen.
APO, FBO, Prüfkataloge und Geländerichtlinien konkretisieren Ausbildung und Gleitschirmbetrieb.
Geländezulassung, örtliche Auflagen sowie aktuelle Luftfahrtinformationen gehören zur Flugvorbereitung.
Im Gegenflug am Hang weicht das Fluggerät aus, auf dessen linker Seite sich Hang/Hindernis bzw. der Leebereich befindet. Praktisch: Wer den Hang rechts hat, hält seine Linie; der andere schafft Raum nach rechts.
Das erste kreisende Fluggerät gibt die Drehrichtung vor. Im Aufwind kreisenden Fluggeräten ist auszuweichen. Thermikkreisen am Hang darf den Hangflugverkehr nicht gefährden oder behindern.
Im freien Luftraum wird mit sicherem Abstand grundsätzlich rechts überholt; nur wenn rechts nicht möglich ist, mit sicherem Abstand links.
Für Gleitsegler kann die allgemeine Mindesthöhe unterschritten werden, wenn die Art des Betriebs dies notwendig macht und keine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zu befürchten ist. Brücken, Freileitungen und Antennen dürfen nicht unterflogen werden.
Vollständigkeitskontrolle
Abgleich: Diese Seite ist gegen den DHV-Theorie-Lehrplan für die A-Lizenz und die aktuelle APO 2026 strukturell geprüft. Sie erklärt den Stoff; die urheberrechtlich geschützten Original-Prüfungsfragen werden nicht veröffentlicht.
HIMMELSFREI · Juristen-Check
Zwei Gleitschirme nähern sich frontal. Was ist die richtige Grundreaktion?
✓ Richtig: Beide weichen rechtzeitig nach rechts aus. Und unabhängig davon bleibt Kollisionsvermeidung oberstes Ziel.
Du hast den A-Schein und möchtest einen echten Überlandflug machen.
✓ Richtig: Die A-Lizenz ist auf die Umgebung des Fluggeländes beschränkt; Überlandflug gehört zur B-Lizenz.
Perfektes Wetter, Vollmond, Stirnlampe. Darfst du mit dem Gleitschirm nach Sichtflugregeln nachts fliegen?
✓ Richtig: Nacht-VFR mit Luftsportgeräten ist grundsätzlich verboten; die gesetzliche Ausnahme betrifft einsitzige Sprungfallschirme.
Quellen & Abgrenzung
Grundlage dieser Lernseite sind der DHV-Lehrplan für Gleitsegelführer, die aktuelle DHV-Ausbildungs- und Prüfungsordnung und die einschlägigen luftrechtlichen Vorschriften. Für die praktische Flugvorbereitung sind immer die aktuell veröffentlichten Informationen maßgeblich.
Illustrationen: HIMMELSFREI · mit KI-Unterstützung erstellt.