So ist diese Lernwelt gebaut
Jedes Modul beginnt mit dem Warum, erklärt anschließend die prüfungsrelevanten Fakten und verknüpft sie mit einer anklickbaren Skizze. Die Mini-Checks sind eigenständig formuliert und dienen dem Verständnis der Lernziele.
Quellenprinzip
Fachliche Basis sind die prüfungsrelevanten Meteorologie-Lernziele für die A-Lizenz Gleitschirm. Die Inhalte wurden daran ausgerichtet und fachlich gegengeprüft. Zusätzlich orientiert sich die Gliederung am DHV-Theorie-Lehrplan.
Die drei Ebenen einer Wetterentscheidung
Grundlagen: Was die Luft mit uns macht
Luftdruck, Höhe und aufsteigende Luft
Atmosphäre, Troposphäre, Tropopause
Die Lufthülle heißt Atmosphäre. Das Wetter spielt sich in der Troposphäre ab. Ihre Obergrenze ist die Tropopause; in mittleren Breiten liegt sie im Mittel bei etwa 11 km MSL. Oberhalb der Tropopause befindet sich eine für die A-Schein-Theorie relevante Sperrschicht.
Für das Wetter besonders wichtig ist der Wasserdampf.
Inversion und Isothermie
Isothermie: Die Temperatur bleibt über eine Höhendifferenz gleich. Inversion: Die Temperatur nimmt mit der Höhe zu. Beides wirkt als Sperrschicht für aufsteigende Thermik.
Eine Bodeninversion entsteht typischerweise, wenn der Boden nachts ausstrahlt, sich abkühlt und die direkt aufliegende Luft mit abkühlt.
Warum „ruhiges Hochdruckwetter“ nicht automatisch Anfängerwetter ist
Auch Hochdruckeinfluss mit schwachem Wind und normaler Thermik kann unerfahrene Piloten fordern. Besonders kritisch sind generell Änderungslagen, vor allem gegen Ende einer Hochdruckperiode.
Anklicken: Was passiert beim Aufsteigen?
Wetterinformationen & Karten lesen
Isobaren: Druckverteilung wird Wind
Isobaren verbinden Orte gleichen Luftdrucks. Aus ihrem Verlauf lässt sich grob Hoch-/Tiefdruckeinfluss sowie Windrichtung und -stärke ableiten.
Weit auseinander: flache Druckverteilung, eher schwache/umlaufende Winde bis Windstille. Die bodennahe Windrichtung weicht wegen Reibung von den Isobaren ab; über Meer ist diese Abweichung geringer als über Land.
Welche Informationen zählen wirklich?
Für Deutschland bzw. Österreich sind die Online-Segelflugwetterberichte von DWD bzw. Austro Control wichtige geeignete Informationsquellen. Der DHV bündelt flugsportspezifische Wetterinformationen und relevante Quellen.
Webcams liefern Zusatzinformationen, ersetzen aber keinen Flugwetterbericht. Eingeblendete Windwerte sind vorsichtig zu bewerten.
Niederschlagsradar zeigt aus Radarmessungen abgeleiteten Niederschlag. 850 hPa entspricht ungefähr 1500 m MSL und ist für die Höhenwindbeurteilung wichtig.
TEMP, Inversion und turbulente Deckel
Eine labile, trockene Luftmasse kann kräftige Thermik liefern. Trifft sie oben auf eine starke Inversion, können sich im Bereich der Inversionsuntergrenze stark turbulente Verhältnisse ausbilden.
Frontsymbole, Windfahnen und Überentwicklung
Prüfungsrelevant sind die Symbole für Kaltfront, Okklusion und Warmfront sowie Windfahnen. Im Katalog steht eine Windfahne für 15 kt aus Nordost. „Überentwicklung“ bedeutet starkes Vertikalwachstum von Cumuli zu Schauer- oder Gewitterwolken.
Wetter-Funnel: von groß nach lokal
Wolken: Die Sprache des Himmels
Wolkenfamilien, die Du sicher erkennen solltest
Oben: Cirrus, Cirrostratus, Cirrocumulus. Mittel: Altostratus / Altocumulus. Haufenwolke: Cumulus. Dauerregen: Nimbostratus. Gewitter: Cumulonimbus (CB).
Eine Schichtwolke um 5000 m MSL: Altostratus. Eine Haufenwolke um 1500 m GND: Cumulus.
Vorboten: Castellanus, Floccus, Cirren
Ac castellani oder flockige Schäfchenwolken nach mehreren Schönwettertagen weisen auf Labilisierung in der Höhe und erhöhte Überentwicklungs-/Gewitterwahrscheinlichkeit bzw. eine mögliche Kaltfrontannäherung hin.
Sich verdichtende Cirren können eine Warmfront ankündigen – oder Teil eines Gewitterambosses sein.
Lenticularis, Rotor & „stehende“ Wolken
Lenticularis-Wolken können trotz hoher Windgeschwindigkeit ortsfest wirken, weil sie ständig durchströmt werden und aus fortlaufend neu kondensierenden Tröpfchen bestehen. Lenticularis mit Rotorwolke darunter ist ein deutliches Föhn-/Turbulenzwarnzeichen.
Nebel und Niederschlag
An Nebeltagen reicht ein kurzfristiges „Fenster“ nicht: Der Nebel muss sich im Flugbereich großflächig und nachhaltig aufgelöst haben. Schauer sind heftige, räumlich und zeitlich begrenzte Niederschläge; CB steht typischerweise für Schauer, Nimbostratus für anhaltenden Niederschlag.
Wolken-Galerie · antippen
Föhn: Schönes Wetter kann trügerisch sein
Föhn ist kein reines Alpenphänomen
Föhnerscheinungen können überall dort auftreten, wo eine stärkere großräumige Strömung quer auf Berg- oder Hügelketten trifft. Das bekannte Wolkenbild ist nicht zwingend: Es kann sogar wolkenlos sein.
Die drei Hauptgefahren
Extreme Windgeschwindigkeit, heftige Turbulenz (Rotoren, unmittelbares Lee, wandernde Wirbel) und ein rascher Föhndurchbruch auch in zunächst geschützte Lagen.
Föhnschneisen/-gassen sind typische Bereiche, in denen der Durchbruch besonders schnell erfolgen kann.
„Einschlafen“ ist kein Entwarnungsbegriff
Beim „Einschlafen“ hebt ein lokaler Kaltluftsee die wärmere Föhnströmung an. Trotzdem können starke Föhnböen bis zum Boden durchbrechen. Ein Kaltluftsee kann im Tagesverlauf sehr schnell ausgeräumt werden.
Wie Föhn zuverlässig erkannt wird
Der sichere Weg ist der Flugwetterbericht mit Föhnprognose/Druckdiagramm plus aktuelle Windmeldungen von Messstationen. Nur auf Startplatzwind, gute Sicht oder Lenticularis zu schauen reicht nicht.
Föhn-Querschnitt
Thermik: Wo Aufwind entsteht – und wo er gefährlich wird
Quelle, Sammlung, Abrisskante
Im Flachland sind trockene Wiesen und reife Kornfelder besonders gute Wärmequellen. Warmluft kann sich sammeln und löst sich durch Temperaturvorsprung, Windimpuls und/oder andere Bewegungsimpulse.
Abrisskanten sind Geländeverläufe, an denen sich Thermik vom Boden löst: im Gebirge z. B. Kammlinien, Hangknicke, Schneegrenzen; im Flachland Waldkanten, Gewässerränder oder der Vorderrand wandernder Wolkenschatten.
Wolkenthermik vs. Blauthermik
Der größte Vorteil von Wolkenthermik ist die sichtbare Information: Wolken zeigen Verteilung, Höhe, Versetzung und Phase von Aufwinden. Blauthermik hat dagegen keine Abschattung durch Cumuli, keine Cumulus-Überentwicklung und kein unbeabsichtigtes Einfliegen in Wolken.
Sperrschicht & wechselnde Steigrate
Eine Inversion/Isothermie stoppt Thermik rasch, weil der Temperaturvorsprung des Aufwinds zur Umgebung mit jedem Meter kleiner wird. Die Steigrate kann sich mit der Höhe mehrfach ändern – abhängig von der Schichtung (TEMP).
Lee, starke Thermik und Dustdevils
Leethermik ist häufig stärker, aber viel turbulenter und für Gleitschirme gefährlich. Starke Thermik kann Einklapper begünstigen und weniger geübte Piloten deutlich überfordern.
Dustdevils werden begünstigt durch schwachen Wind / leebedingte Windschwäche, gradientstarke Thermik, Trockenheit und Hitze.
Thermik-Szene · Schichten ein-/ausblenden
Wind, Hangaufwind, Luv & Lee
Wind entsteht aus Druckunterschieden
Wind wird durch Druckunterschiede angetrieben. Auf der Nordhalbkugel strömt er grundsätzlich vom Hoch zum Tief und wird mit zunehmender Höhe – durch abnehmende Bodenreibung und stärkeren Corioliseinfluss – zunehmend nach rechts abgelenkt.
Luv = dem Wind zugewandte Seite. Lee = abgewandte Seite.
Soaring: Wo ist der beste Bereich?
Bei einem breiten, gut angeströmten Hang liegt die größte Höhe im dynamischen Aufwindfeld typischerweise deutlich vor dem Hangscheitel. Kritisch sind bei stärkerem Wind seitliche Ränder, Gipfelbereich, Einkerbungen, Hangknicke und Hindernisse.
Hindernis-Lee: die 10-H-Regel
Hinter einer Baum-/Gebäudereihe sind auf der Leeseite starke Turbulenzen bis zu ungefähr 10 × Hindernishöhe zu erwarten. 10 m Hindernis → Prüfungsmerkregel bis etwa 100 m Lee.
Wind ohne Instrument grob einschätzen
Prüfungsmerker: Zweige/dünne Äste bewegen sich hörbar → 20–25 km/h. Erste Schaumkronen auf einem See → etwa 30 km/h. Windsack zwischen gestreckt und leicht hängend → 15–20 km/h. Knatternde Fahnen → mindestens 25 km/h.
Bei Ostwindlagen ist besonders sorgfältig zu prüfen: trockene/kältere Luft, starke turbulente Thermik und ausgeprägte Böigkeit können zusammenkommen.
Luv/Lee & Hinderniswirbel
Gewitter: Nicht die Wolke allein ist die Gefahr
Vereisung: der sichtbare Wendepunkt
Haufenwolken beginnen im Prüfungsmodell im oberen Bereich typischerweise um −12 °C zu vereisen. Die blumenkohlartige Struktur wird dort diffuser, faserig/rauchartig – der Amboss entsteht.
Gewittergefahren
Extreme Turbulenz, starke Auf-/Abwinde, Starkniederschlag, Graupel/Hagel, Sicht- und Orientierungsverlust, Blitzgefahr sowie weit ausgreifende, böige Kaltluftausflüsse.
Die Böenwalze kann weit vor dem eigentlichen Gewitter mit hohen Windgeschwindigkeiten und Turbulenzen wirksam werden.
Das Entscheidende: nicht warten
Starkes vertikales Cumuluswachstum bei gleichzeitig sinkender Basis ist ein klares Warnsignal. Wenn eine ungünstige Änderung erkannt wird, darf die Abbruchsentscheidung nicht hinausgezögert werden.
Frontgewitter
Gewitter sind besonders wahrscheinlich an Kaltfronten. Frontgewitter können zu jeder Tageszeit entstehen, wenn hochreichende Kaltluft einbricht.
Gewitter: Gefahren reichen weit voraus
Alpines Wetter & Talwind
Warum Berge jede Prognose „verbiegen“
Berge blockieren, kanalisieren und lenken Wind um. Hinzu kommen Talwind, Hangauf-/abwind und Düsen. Deshalb können Windrichtung und Windstärke am Startplatz stark von der großräumigen Strömung abweichen.
Talwind: viel mächtiger als nur bodennah
Talwind kann 1000 m und mehr über Talgrund reichen. Die Windgeschwindigkeit nimmt oft erst in Bodennähe deutlich ab. An Schönwettertagen weht er in der Regel nachmittags talaufwärts.
Verengungen erhöhen Windgeschwindigkeit und Turbulenzgefahr; Prallhänge können dynamischen Aufwind liefern.
Konvergenzen & mehrere Windsysteme
Treffen Lokalwinde zusammen, entstehen Konvergenzen. Darüber können Aufwinde liegen; Konvergenzen können ortsfest oder wandernd sein. In Bodennähe können die Verhältnisse schwer kalkulierbar sein.
Kaltluftausfluss im Tal
Bei Kaltfront-/Gewitterausflüssen kann sich Kaltluft kilometerweit bodennah durch Täler ausbreiten: erhebliche Windzunahme, Turbulenz, großflächiges Steigen und tiefe Wolkenbildung sind möglich.
Auf Gletschern ist an windschwachen Tagen mit Abwind zu rechnen.
Tagesgang im Tal · umschalten
Fronten, Hoch & Tief
Warmfront: der klassische langsame Aufzug
Typisch sind zuerst Cirren, die sich verdichten; die Wolkenuntergrenzen sinken allmählich. Das ist der klassische Gegensatz zur oft deutlich dynamischeren Kaltfront.
Kaltfront: Vorboten möglich – aber nicht garantiert
Überentwicklungen, Ac castellani, Ac floccus, Cirrocumulus oder ungewöhnlich verbreitete Aufwinde können vorausgehen. Eine Kaltfront kann aber auch ohne markante Vorboten in ein Fluggebiet vordringen. Deshalb ist die Vorinformation entscheidend.
Nach der Front nicht zu früh „Entwarnung“
Eine durchgreifende Wetterbesserung ist erst zu erwarten, wenn auch in der Höhe die kälteste Luft – der Höhentrog – den Bereich überquert hat.
Hoch/Tief drehen auf der Nordhalbkugel
Hoch: im Uhrzeigersinn. Tief: gegen den Uhrzeigersinn. Ein Zwischenhoch ist relativ hoher Druck zwischen Tiefdruckgebieten. In einem ausgeprägten Sommerhoch sorgt großflächiges Absinken häufig für Wolkenauflösung.
Fronten & Drucksysteme

Merkkarten
Prüfungsnah üben
Themenabdeckung
Die Inhalte wurden systematisch nach den zentralen Themen der A-Schein-Meteorologie gegliedert und fachlich gegengeprüft. Die Lernwelt konzentriert sich bewusst auf verständliche Erklärungen, Zusammenhänge und eigene Übungsaufgaben.
| Bereich | Status |
|---|---|
| Grundlagen | ✓ berücksichtigt |
| Wettervorhersage/-karten | ✓ berücksichtigt |
| Wolken | ✓ berücksichtigt |
| Föhn | ✓ berücksichtigt |
| Thermik | ✓ berücksichtigt |
| Wind/Hangaufwind/Luv-Lee | ✓ berücksichtigt |
| Gewitter | ✓ berücksichtigt |
| Alpines Wetter/Talwind | ✓ berücksichtigt |
| Fronten/Hoch/Tief | ✓ berücksichtigt |